„Jetzt gehen wir in die Gärten!“

sagte eine Mutter zu ihrer kleinen Tochter als ich vorhin das Tempelhofer Feld verließ. Seit 11.00 morgens war ich dort gewesen, bereits um 11.00 hatten sich etwa 200 Besucher aus aller Welt auf dem keinen Hektar großen Stück Land aufgehalten, um 12.00 picknickte eine ganze Gruppe aus Schwaben dort verteilt auf viel verschieden Sitzgelegenheiten. Bescheiden vertilgten sie ihr Körnerbrotschnitten und pulten dazu gemütlich die hart gekochten Eier aus. Mehr versteckt sassen zwei junge Radlerinnen aus Israel. Und eine Gruppe schwedischer Gartenaktiver wollte ebenfalls gerne viel erfahren. Überhaupt war an diesem 3. Oktober das gesamte Tempelhofer Feld rappelvoll, aber die Besucheranstürme in die Gemeinschaftsgärten waren schier unbeschreiblich. Zwischen einigen Beeten wurde zum Bier polnisch gesprochen, in einer Ecke Kurdisch, in der entgegengesetzten Türkisch, am Nordwestrand Englisch, dazwischen Spanisch und irgendwo auch Deutsch. Auf allen Bänken saßen sie und zwischen den Bänken lagen sie. „Wie auf einem Festival“ meinte eine junge Besucherin zu mir, fasziniert von der friedlichen Stimmung und mochte sich gar nicht aufmachen….